Inselzeiten - eine musikalische Oase

Frauen-Verwöhnabend am 08.11. mit Beate Ling – Sängerin, Coach und Referentin aus Stuttgart

„Je freier man atmet, je mehr lebt man“. Mit diesem Gedanken von Theodor Fontane begann Beate Ling ihr Soloprogramm. Sie nahm uns mit ihrem ersten Lied „Die Reise“ mit auf einen Weg. Ihre Geschichten, Gedanken und Lieder erzählten von ihren eigenen Lebensgeschichten, in denen sich die Zuhörer wiederfinden konnten. Das Lied „Wie hätten Sie mich gerne“ erzählt von dem Bedürfnis es allen recht machen zu wollen. Mit diesem Lied, einem Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach: „Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Versuch von allen geliebt zu werden“ und ihrer Geschichte vom Pfirsich (man kann noch so sehr der beste und süßeste Pfirsich sein - es wird immer Menschen geben, die Pfirsiche nicht mögen) ermutigte sie uns Zuhörerinnen eigene Wege zu gehen. Mit dem Wort von Margot Käßmann „Wir sind angesehen von Gott und das macht uns zu angesehenen Persönlichkeiten“ leitete sie zum ersten Lied über, das je für sie geschrieben wurde: „Du sagst ja zu mir“. Sich baden können im gütigen Blick Gottes – umgeben sein vom Meer der Liebe Gottes und nicht von den Blicken, die Perfektion und Leistung sehen wollen – das bedeutet für sie eine Inselzeit und wurde im Lied „Dein Blick“ besungen.

Der Tod ihres Bruders mit 25 Jahren und ihre Nichtanstellung als Lehrerin trotz guter Abschlüsse sind weitere Themen ihrer Lieder. „Mit Brüchen umgehen, das ist hohe Kunst“, sagt Beate Ling. „Meine Gnade ist alles was du brauchst, wenn du zerbrochen bist, dann will ich ganz stark sein,“ singt sie. In den beiden Liedern „Die Kraft“ und „Weiter“ brachte Beate Ling uns diese Erkenntnis nahe. Wie ist es wenn Gott uns nahe kommt? Die Geschichte von einem Geierjungen, das aus dem Nest geworfen wird und dann kurz vor dem Aufprall von der Geiermutter aufgefangen wird, war sehr eindrücklich. Mit dem Segenslied “Am Ende der Welt“ und einem gesprochenen Segen machten sich alle Zuhörerinnen weiter auf ihren Weg.

Der Aperitif am Anfang, das köstliche Buffet und die Zeit für persönliche Gespräche waren eine gelungene Umrahmung und haben die versprochenen Inselzeiten auch für Leib und Seele spürbar werden lassen. Herzlichen Dank an alle Vorbereitenden für diesen gelungenen Abend, dessen Melodien und Gedanken mich noch weiter in meinem Alltag begleiten werden. Und herzliche Einladung an alle, die dieses Mal nicht dabei sein konnten. Ich freue mich auf den nächsten Frauenverwöhnabend.

Regine Stuber