Frauenverwöhnabend "Zur Ruhe kommen – aber wie?"

Am Freitag, den 11. Oktober luden die ev. Kirchengemeinde und die Apis Schwieberdingen zum Frauenverwöhnabend mit dem Thema "Zur Ruhe kommen – aber wie?" ein. In unserer als besonders unruhig empfundenen Welt trifft das Thema den Nerv der Zeit und so wurde das Gemeindehaus in der Gartenstraße an diesem Abend von vielen Frauen mit Leben gefüllt. Wer das Angebot eines Frauenfrühstücks oder -abends schon öfter wahrgenommen hatte, konnte sich bereits im Vorfeld auf ein vielseitiges Buffet mit selbstgemachten Leckereien freuen. Entsprechend begann der Abend mit kulinarischen Genüssen und interessanten Gesprächen an vollbesetzten Tischen.

Ariane Kahl-Gaertner

Frau Ariane Kahl-Gaertner, Gemeindereferentin und Harfinistin aus Sindelfingen, erörterte als Gastrednerin das Thema des Abends insbesondere auf der Grundlage ihrer eigenen Lebenserfahrung. Zusätzlich ließ sie die Anwesenden durch das Spiel ihrer Harfe wahrlich zur Ruhe kommen. Zum genaueren Verständnis wie Stress entsteht, zeigte Frau Kahl-Gaertner äußere Stressoren (Arbeitsbelastung, Termindruck, Partnerschaftskonflikte etc.) und innere Stressoren (Perfektionismus, Konkurrenzdenken, Schuldgefühle etc.) auf. Wie gut wir mit Stressfaktoren umgehen können, wird als Resilienz (seelische Widerstandskraft) bezeichnet. Diese gilt es zu stärken, indem wir uns selbst reflektieren und uns fragen, was wir wirklich brauchen und was für uns im Leben wesentlich ist. Gehen uns Sätze wie „Ich muss doch!“ durch den Kopf, so sollten wir diese dringend hinterfragen. Stimmt hier der äußere Anspruch mit meinem inneren Kern überein? Es lohnt sich, genau hinzuschauen und herauszufinden, was uns antreibt und wo unsere individuellen Grenzen liegen. Je besser wir uns selbst kennenlernen und verstehen, umso gelassener können wir auf äußere und innere Einflüsse reagieren. Außerdem betonte die Referentin, dass wir den Lebensumständen nicht hilflos ausgeliefert sind. Wir dürfen sehr wohl für unser eigenes Wohlergehen aktiv werden und uns Entspannungzeiten gönnen. Es ist erlaubt, „Nein“ zu sagen, Hilfe anzunehmen und Termine auch einmal abzusagen.

Eine große Stütze bei der Erlangung innerer Gelassenheit kann Gott spielen. Indem wir von unserer Kontrollsucht ins Vertrauen und in Beziehung zu Ihm gehen, erfahren wir Erleichterung. Wir sind nicht länger alleine, sondern fühlen uns aufgehoben und unterstützt. Diese Erfahrung entstresst. Mit den Worten von Augustinus gesprochen: „Meine Seele ist unruhig, bis sie Ruhe findet in Dir.“ Konkrete Wege stellen das Gebet und das Lesen in der Bibel dar. Außerdem eine innere Haltung, die mich ehrlich macht im Umgang mit meinen Mitmenschen, die mich Schuld eingestehen und um Verzeihung bitten lässt. Wenn wir zudem unsere eigene Persönlichkeit annehmen und die Signale unseres Körpers ernst nehmen, dann haben wir einen großen Schritt hin zu innerer Ruhe in einer lauten Welt gemacht.

Sibylle Wettengel