Einladung zum Innehalten und Beten um 19.30 Uhr

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July bittet die Gemeinden der württem-bergischen Landeskirche, gemeinsam Zeichen der Solidarität in den Häusern zu setzen und sich zu einem Moment des Innehaltens vor Gott versammeln.
Er schreibt: „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“

Wir nehmen diese Bitte auf, werden ab sofort das Abendläuten um 19 Uhr ersetzen und um 19.30 Uhr die Gebets-Glocke läuten. Damit verbinden wir uns mit anderen Gemeinden unserer Landeskirche und vielen katholischen Gemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Für das Gebet in den Häusern bieten sich nachfolgende Formen an. Mit diesen laden wir Sie ein, zum Klang der Glocke um 19.30 Uhr innezuhalten und (in Ihrer Hausgemeinschaft) zu beten.

Form 1 (schlichte Form):

Wir verweilen und hören auf den Klang der Glocke. Mit ihr beten wir:

Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir beschließen dieses Gebet mit einem Moment des bewussten Schweigens.

Form 2:

Einer: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.
Alle: Amen.
Eine Kerze wird entzündet und ins Fenster, möglichst zur Straße hin, gestellt.
Einer: Wir beten in der Stille (Gebetsstille)
Gemeinsames Vater unser
Segenswort: Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen in Christus Jesus. Amen.

Form 3: (Balkonsingen der EKD)

Einer: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.
Alle: Amen.
Eine Kerze wird entzündet und ins Fenster, möglichst zur Straße hin, gestellt.
Einer: Wir beten in der Stille (Gebetsstille)
Einer: Wir singen verbunden mit Christen überall im Land (alle gehen auf den Balkon oder treten ans Fenster - Lied: „Der Mond ist aufgegangen“)
Einer: Wir beten gemeinsam …

Vaterunser …

Einer oder alle: Luthers Abendsegen:
„Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.
Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.“
Alle: Amen.

Segenswort: Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen in Christus Jesus. Amen.

Natürlich gibt es auch andere liturgische Formen. Welche Sie auch wählen: Wir freuen uns, wenn Sie sich an diesem Innehalten beteiligen und wir eine große Gemeinschaft der Betenden und Hoffenden werden.

Pfarrer Erdmann Schlieszus.