Kleine Galerie - Die Etrusker, das vergessene Volk

Ab dem 9. April 2018 zeigen wir im Gemeindehaus Gartenstraße eine neue Bilderserie mit dem Titel

Die Etrusker, das vergessene Volk

Die Etrusker waren ein antikes Volk in Etrurien, im nördlichen Mittelitalien. Nur die heutigen Landschafts-Namen Toskana und Etrurien erinnern noch an sie. Ihre Kultur ist seit etwa 800 v. Chr. und etwa bis zum Jahre null in (Mittel-)Italien nachweisbar. Dann gingen sie in der Kultur des Römischen Reiches auf, obwohl sie die Stadt Rom selbst zuvor nachhaltig gefördert, ja, sogar gegründet hatten. Wenn man fragt, woher sie denn gekommen sind, so kommt man etwa auf Lydien im westlichen Griechenland oder gar zu Ländern noch weiter östlich gelegen. Aus Grabfunden kann man auf ein starkes Bevölkerungswachstum und auf einen zunehmenden Wohlstand schließen. Ihre Städte waren lediglich in einem losen „Zwölfstädtebund" zusammen geschlossen, der aber vor allem religiösen Charakter hatte. Es gab bei ihnen also gar keinen Zentralstaat. Dennoch sind die Leistungen dieses Volkes bemerkenswert. Man muss sie denen der Griechen (und auch der Römer) mindestens gleichsetzen. Ganz am Ende wurden die Etrusker von den Römern „geschluckt". Heute sind von diesem bedeutenden Volk nur noch ihre Grabstätten sichtbar übrig geblieben. Die Bemalungen an ihren Wänden zeigen uns deutlich die Lebensfreude dieses Volkes. Und auch das Verhältnis zwischen den Geschlechtern wird hier sichtbar. Die Frau muss absolut gleichberechtigt gewesen sein. Aber besonders wichtig muss den Etruskem ihr Glaube an ein Leben nach dem Tode gewesen sein. Leider ist heute wegen der Witterung von den Wandbemalungen kaum noch etwas übrig. Aber schon im 19. Jahrhundert (als es noch keine Fotografie gab), da hat man bereits damit begonnen, die Zeichnungen auf Pauspapier zu fixieren und dort festzuhalten. Dieses sind heute nun, neben den Grabkammern und den Grabbeigaben, die wichtigsten Zeugnisse aus dieser Zeit vor Christi Geburt.

Bemerkenswerte Begabungen finden wir bei diesem Volk auf dem Gebiet der Erz- und Kohlegewinnung, deren Verhüttung und Bearbeitung. Besonders die Insel Elba ist hier zu nennen. Die Schlacken davon sind heute noch zu finden. Dabei kam ihnen zugute, dass die bisherigen Fundstätten im fernen Osten durch kriegerische Expansionen der dortigen Großmächte nicht mehr erreichbar waren. Aber genau so bedeutend waren sie als Seefahrer. Sie machten sogar den Phöniziern, den „Herren der Meere" und ihrer großen Stadt Karthago Konkurrenz. Dabei haben sie eigene Kolonien im ganzen westlichen Mittelmeer gegründet. Das alles ging natürlich nicht immer auf friedlichem Wege. Aber auch auf See wussten sie sich zu behaupten mit ihren Rammsporn-Booten. Im eigenen Land haben sie von Anfang an die Drainage der Sumpfgebiete und andererseits die künstliche Bewässerung von Feldern eingeführt. Und auf ihrem von Flüssen durchzogenen Land bauten sie Wein an, aber auch Oliven, Haselnüsse, Gemüse und Getreide. Mit Getreide konnten sie sogar einmal der Stadt Rom aushelfen, aber auch über See exportieren. Ihre Seen waren einst voll von Fischen. Aber, wie gesagt, heute sind von alledem nur noch klägliche Reste in den verschiedensten Museen zu finden: Ein vergessenes, großes Volk aus den Jahrhunderten vor Christi Geburt. Die Römer haben sie wie „aufgesaugt".

Ernst Kuhlo